Das neue CDU/FDP-Schulgesetz – falsche Antworten auf PISA!

Moers. Am 16. Februar trafen sich um 20 Uhr im Haus Engeln in Asberg zahlreiche Interessierte zum Thema "Das neue Schulgesetz". Der SPD Ortsverein hatte eingeladen zu einer Podiumsdiskussion: Auf dem Podium saßen Landtagsabgeordnete Elke Talhorst, Michael Schulte, Landesgeschäftsführer der GEW, Barbara Freund, ehemalige Grundschulrektorin, Martin Mohr, Vertreter der Katholischen Arbeiterbewegung, und Harald Hanio vom Schulverwaltungsamt der Stadt Moers. Moderiert wurde die Diskussion vom Vorsitzenden des Ortsvereins Moers Claus Hagemann. Schwerpunkte der Diskussion war die Aufhebung der Schulbezirke und die verpflichtenden Grundschulgutachten. Viele Diskussionsteilnehmer sehen in der Auflösung der Schulbezirke den Startschuss für Separationsbewegungen, die zu einer weiteren Teilung der Gesellschaft führen könne. Auch das verpflichtende Grundschulgutachten wurde sehr kritisch betrachtet. Die pädagogische Fehlerquote sei einfach zu hoch, um nach dem vierten Schuljahr eine verbindliche Zuweisung vorzunehmen. Außerdem grenze die Missachtung des Elternwunsches an staatliche Bevormundung. Beide Vorhaben der Schulministerin Sommer werden zudem als falsche Antwort auf die Ergebnisse der Pisa-Studie bewertet. Die Maßnahmen sind sehr geeignet, die Verbindung zwischen Bildungsabschluss der Eltern und Bildungschance der Kinder weiter zu zementieren, als sie – wie es Pisa für Deutschland dringend fordert – zu entkoppeln.

Hierzu liegt auch ein Antrag des SPD Ortsvereins Moers vor:
(einstimmig beschlossen auf der Vorstandssitzung vom 14.02.06)

•Nein zur Änderung des Schulgesetzes

•Nein zur Aufhebung der Schulbezirke

•Keine staatliche Bevormundung der Elternschaft

Das geänderte Schulgesetzes für NRW sieht vor, Schülerinnen und Schüler am Ende der Grundschulzeit durch ein pädagogisches Gutachten der Klassenlehrerin oder des Klassenlehrers auf den Besuch einer bestimmten weiterführenden Schule zu verpflichten. Die CDU-Schulministerin will damit „Kinder vor ihren Eltern schützen“. Wir sehen darin eine Bevormundung der Elternschaft und eine falsche Antwort auf die PISA-Studie. Mit einem Instrument der Zwangssteuerung werden Bildungschancen eher geschlossen als geöffnet. Auch wissenschaftliche Studien zeigen die Fehleranfälligkeit der Gutachten. Die Orientierungsstufe (Klasse 5/6) ist hier ein weitaus geeigneteres Instrument.

Auch die Aufhebung der Schulbezirke lehnen wir ab. Hier werden Integrationsbemühungen konterkariert und die wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe der Grundschulen ausgehöhlt.
Eine Aufhebung der Schulbezirke wird die Polarisierung der Gesellschaft fördern und nicht abbauen.

Eltern brauchen ein offenes Ort für ihre Belange und keine Bevormundung. In Kooperation und mit einer Empfehlung der Grundschule werden sie bei der Entscheidung unterstützt. In nahegelegenen Stadtteilschulen finden ihre Kinder ein vorbildliches Bildungsangebot und lernen die soziale und kulturelle Gemeinschaft kennen. Das macht Schule!