„Wir wollen das Jugendkulturzentrum Volksschule erhalten“

Moers. In einem Pressegespräch am Freitag machten die Vorsitzenden der Ratsfraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP unmissverständlich klar, dass sie sich für den Erhalt des Jugendkulturzentrums Volksschule einsetzen – und zwar am aktuellen Standort Südring.

Karl-Heinz Reimann (SPD), Maren Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) und Otto Laakmann (FDP) betonten, dass der Rat am 15. Februar 2006 lediglich einen Bebauungsplan beschlossen hat, der den Bau von Seniorenwohnungen in der Nachbarschaft der Volksschule ermöglicht. Für die drei Politiker ist klar, dass ein Nebeneinander von Alt und Jung möglich ist.

Ein Blick in die Chronologie des Projektes Bebauung Südring macht für SPD-Fraktionschef Karl-Heinz Reimann deutlich, dass die Befürchtungen einiger Freunde des Jugendkulturzentrums, das Haus stehe vor dem Aus, unbegründet sind: „Im Winter 2000/2001 hatten Bochumer Architekturstudenten Entwürfe für eine Bebauung des Südring-Areals erarbeitet. Zentrales Kriterium für die anschließende Prüfung der Entwürfe auf Realisierbarkeit war der Erhalt der Volksschule als wichtige Begegnungsstätte für Jugendliche.“ Reimann weist weiter darauf hin, dass nach dem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan im Dezember 2002 in der frühzeitigen Bürgerbeteiligung das Nebeneinander von Jugendkulturzentrum und Seniorenresidenz erörtert worden ist. Die Vertreterin den Planungsamtes hat in dieser Sitzung laut Protokoll wörtlich erklärt: „Dieser Zielkonflikt wurde bei den Planungen berücksichtigt.“

Für Karl-Heinz Reimann, Maren Schmidt und Otto Laakmann steht nach diesen klaren Aussagen fest, das ein Nebeneinander möglich und auch wünschenswert ist. Ein bisschen Rücksicht auf allen Seiten ist nach Ansicht der drei Fraktionsvorsitzenden allerdings zu erwarten. Vom Investor, der die Seniorenresidenz bauen will, erwarten die Politiker von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP, dass er in der Detailplanung die von einem lebendigen Jugendkulturzentrum ausgehenden Geräusche angemessen berücksichtigt und auch die Menschen, die am Kauf der Wohnungen interessiert sind, deutlich auf die nicht immer ganz leise Nachbarschaft hinweist. Ebenso sei von den jugendlichen Besucherinnen und Besuchern der Volksschule zu erwarten, dass sie insbesondere in den späten Abend- und Nachstunden im Umfeld der Volksschule Rücksicht auf möglicherweise schlafende Menschen nehmen.

Kein Verständnis haben die drei Politiker für das Verhalten der CDU, die als größte Fraktion im Rat vor der letzten Kommunalwahl gemeinsam mit ihrem Bürgermeister und allen anderen Fraktionen das Projekt mitgetragen hat und jetzt nach ihrer Wahlniederlage plötzlich gegen den Bau von Seniorenwohnungen antritt.