Herzlichen Glückwunsch Lokale Agenda 21!

Moers. 10 Jahre besteht die Lokale Agenda 21 in Moers. Während der Geburtstagsfeier im Großen Sitzungssaal des Alten Rathauses hat der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Mark Rosendahl Vorschläge unterbreitet, wie die Arbeit der Lokalen Agenda 21 in Moers gestärkt werden kann. Kernpunkt ist die Einrichtung einer Stabsstelle Umwelt und Lokale Agenda in der Stadtverwaltung und die Umwandlung des bisherigen Agenda-Koordinierungskreises in einen Beirat, der besser als bisher mit den Ratsgremien vernetzt werden soll.
Seit der UN-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro haben sich weltweit in mehr als 10 000 Kommunen Gruppen gebildet, die sich mit der Frage auseinandersetzen, wie eine zukunftsfähige Lebens- und Wirtschaftsweise der Menschen aussehen kann, die ein langfristiges Überleben ermöglicht. Seit 1997 arbeitet auch in Moers eine Agenda-Gruppe, die sich derzeit vornehmlich in den Bereichen Verkehr, Energie- und Stadtgestaltung sowie „Eine Welt“ engagiert.
In seiner Rede zum 10-jährigen Bestehen wies Mark Rosendahl darauf hin, dass die Bildung der Moerser Lokalen Agenda 21 auf einen Ratsantrag der SPD-Fraktion zurückgeht.
Die Moerser Sozialdemokraten wollen sich jetzt für eine Aufnahme der Stadt Moers in die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Städte NRW einsetzen. Auch die Reaktivierung der Niederrheinbahn zwischen Moers und Neukirchen-Vluyn hat für die SPD-Fraktion eine hohe Bedeutung. Weitere wichtige Handlungsfelder sind aus Sicht der SPD-Fraktion die Weiterentwicklung des Moersbachkonzeptes und die Weiterführung des Natur- und Erlebnispfades vom Schlosspark bis nach Schwafheim. Initiativen zur Förderung des Ausbaus regenerativer Energien will die SPD ebenfalls unterstützen.

Die Rede des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und umweltpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion Mark Rosendahl im Wortlaut:

"Die SPD-Fraktion Moers hat im Jahre 1997 die Einrichtung der Lokalen Agenda 21 im Rat der Stadt Moers beantragt und mit der damaligen Mehrheit umgesetzt. Im Laufe der 10 Jahre hat sich die SPD-Fraktion in die Arbeit der Lokalen Agenda, aber auch im Rahmen der Tätigkeit des Umweltbeirates mit Rat und Tat eingebracht.

Die UN-Konferenz in Rio de Janeiro 1992, aber auch Nachfolgekonferenzen wie die von Kyoto und die letzte in Nairobi haben die Notwendigkeit des Handelns für das Überleben der Menschheit immer deutlicher gemacht. Mittlerweile sind die Auswir-kungen des Klimawandels durch veränderte Wetterlagen und chaotische Folgen wie Wirbelstürme etc. auch ins alltägliche Bewusstsein gerückt.

Deutschland hat eine besondere Verantwortung als Industrie- und Hochtechnologie-land und als Vorreiter in Europa. Auch Kommunen und wir als Verbraucher/innen müssen im Rahmen der Möglichkeiten unseren Beitrag für den Klimaschutz und ei-nen sorgsamen Umgang mit Rohstoffen und der Natur leisten. Alle sind aufgerufen, mit Ideen und Aktionen für ein umweltbewusstes Verhalten zu werben.

Die SPD-Fraktion hat sich für die kommenden Jahre folgende Maßnahmen vorge-nommen:

•Um den Agendaprozess und die Naturschutzverbände besser in die Ratsarbeit einbinden zu können, soll ein Beirat eingerichtet werden. Die Aufgaben des Ko-ordinierungskreises der Lokalen Agenda gehen auf den Beirat über. Der Koordi-nierungskreis wird damit aufgelöst. Die Belange der nachhaltigen Entwicklung im Sinne der UNO-Konferenz von Rio de Janeiro und Folgekonferenzen (Agenda 21) in allen betroffenen Politikbereichen sollen dabei berücksichtigt werden. Der Bei-rat wird dem ASPU zugeordnet. Die weitere Bearbeitung und Begleitung des Leit-bildprozesses soll an den Beirat angebunden werden. Damit sollen interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten, sich in die Umsetzung des Leit-bildes aktiv einzubringen.
•Es soll eine Stabsstelle Umwelt und Lokale Agenda in der Stadtverwaltung eingerichtet werden. Diese Stabsstelle soll alle bisher durch das Bauverwaltungs-amt wahrgenommenen Aufgaben der Umweltpolitik und die Betreuung der Loka-len Agenda übernehmen.
•Die Stadt Moers soll einen Antrag auf Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft der Fahrradfreundlichen Städte NRW stellen. Moers soll als urbaner Radstopp für Niederrhein-Radtouristen platziert werden. Ein Konzept mit Umsteigepunkt Bahn-hof und weiteren Umsteigepunkten Fahrrad/ÖPNV in den Stadtteilen und der Ausbau von Radwegen mit modernen Ausstattungsstandards von Radwegen und Abstellanlagen ist unser Ziel.
•Die Niederrheinbahn, Abschnitt Moers – Neukirchen-Vluyn, ist ein Projekt, für welches wir uns auf allen politischen Ebenen einsetzen.
•In Abstimmung mit der LINEG soll die Möglichkeit der Realisierung des Moers-bachkonzeptes mit begleitendem Wanderweg geprüft und in die städtische Planung einbezogen werden. Der Moersbach ist dabei die Achse für den Grünzug Kapellen-Solimare-Jungbornpark und strategisches Rückgrat für die Naherho-lung.
•Regenerative Energien, insbesondere Solarthermie, Geothermie und Photovol-taik, sind verstärkt zu berücksichtigen. Wir werden Initiativen unterstützen, die diesen Zielen dienen.
•Das Agenda/NABU-Projekt Naturlehr- und erlebnispfad vom Schlosspark über den Freizeitpark soll bis nach Schwafheim weitergeführt werden. Ebenso soll das vom NABU entwickelte Freiraumkonzept zur Schaffung einer bewaldeten Zone von Schwafheim über Kapellen bis Hülsdonk und Genend und zur Vernässung von Senken in die städtische Planung (Ausgleichsflächen) integriert werden.
•Im Rahmen der Neuauflage des Flächennutzungsplanes sollen zu erhaltende Freiflächen für die Stadt Moers unter klimarelevanten und stadtökologischen Ge-sichtspunkten festgelegt werden und somit der Naherholung dienen."