Unterwallstraße wird zentraler Verwaltungsstandort

Moers. Das Rathaus der Zukunft wird an der Unterwallstraße stehen. Auf diese eindeutige Beschlusslage machten die Fraktionsvorsitzenden der im Rat der Stadt Moers kooperierenden Fraktionen Karl-Heinz Reimann (SPD), Maren Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) und Otto Laakmann (FDP) am Dienstag in einem Pressegespräch aufmerksam.
Fakt ist, dass der Rat im September 2006 das Gebäude des „Alten Rathauses“ an der Unterwallstraße und die Richtung Trotzburg anschließenden Flächen als zukünftigen Verwaltungsstandort bestimmt hat. Dabei wurde auch klar formuliert, dass das „Alte Rathaus“ aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten und saniert wird. Zur Größe des Gesamtkomplexes wurde festgelegt, dass Grundlage der weiteren Planungen 450 Büroarbeitsplätze sein sollen.
Aus verwaltungsinternen Berechnungen hat sich Anfang 2007 ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass eine Umsetzung dieses Ratsbeschlusses ohne Einbeziehung des Gebäudes der Bücherei eine städtebaulich problematische Situation schafft (Zweckbau mit sieben bis acht Stockwerken). Deshalb hat der Rat im Mai 2007 die Verwaltung beauftragt, auch das ohnehin stark sanierungsbedürftige Büchereigebäude in die weiteren Überlegungen einzubeziehen. Gleichzeitig wurde festgeschrieben, dass die Bücherei für die Bauphase (Sanierung oder Neubau) ein angemessenes Ausweichquartier im Stadtzentrum erhält.
Im Juni 2007 hat der Rat beschlossen, neben dem „Alten Rathaus“ ein Bürgerhaus zu errichten, in das neben Verwaltungseinheiten und gegebenenfalls der Bücherei auch die VHS einziehen soll. Ebenso ist eine Ausschreibung im wettbewerblichen Dialog beschlossen worden. Damit erhalten Bewerber, die ein Investorenmodell umsetzen wollen, genauso wie Bewerber mit einem PPP-Modell die Möglichkeit, sich an der Ausschreibung zu beteiligen.
Zur politischen Begleitung des gesamten Prozesses hat der Rat einen Projektausschuss gebildet. Dieser wird in der Ratssitzung am Mittwoch mit weit reichenden Kompetenzen ausgestattet.
Die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gehen jetzt davon aus, dass die Verwaltung, soweit erforderlich mit externen Unterstützung, das Projekt im wettbewerblichen Dialog so offen ausschreibt, dass von den Bewerbern nicht nur verschiedene Finanzierungsmodelle angeboten werden sondern auch unterschiedliche bauliche Umsetzungen. Das heißt: Voraussichtlich im kommenden Frühjahr werden konkrete Modelle vorliegen, die das zukünftige Bürgerhaus an der Unterwallstraße zeigen. Die Kooperationsfraktionen gehen weiter davon aus, dass Modelle für beide möglichen Varianten, also mit und ohne Einbeziehung der Bücherei in einen Neubau, entwickelt werden. Und im Rahmen dieser Ausschreibung wird der Rat nicht nur Modelle sondern auch belastbare Aussagen zu den Kosten für beide Varianten erhalten.
Genau wie die Bürgerinnen und Bürger vor der Grundsatzentscheidung im September 2006 in den Diskussionsprozess einbezogen worden sind, werden die Kooperationsfraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP, wenn die Modelle und die mit ihnen verbundenen Kosten bekannt sind, in einen intensiven Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern eintreten und die beste Lösung finden. Denn das Bürgerhaus soll schließlich das Haus der Bürgerinnen und Bürger werden.