Rede von Bürgermeister Norbert Ballhaus zum Neujahrsempfang am 11. Januar 2014

Bürgermeister Norbert Ballhaus

Ich begrüße Sie alle hier im Kulturzentrum Rheinkamp. Eine gute Mischung von Menschen aus Nah und Fern, die sich mit Moers verbunden fühlen. Ich begrüße die Damen und Herren des Kreistags, des Moerser Rates, der Stadtverwaltung und der städtischen Gesellschaften. Ein herzlicher Willkommensgruß gilt den Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft, der Unternehmen und des Einzelhandels sowie der Gewerkschaften und der Kirchen. Einen Gruß an die Vertreterinnen und Vertreter der Vereine und der Verbände und ebenfalls begrüße ich die anwesenden Damen und Herren der Medien. Ihnen allen sage ich: herzlich willkommen! Mein besonderer Gruß gilt allen Ehrenamtlichen, die heute hierher gekommen sind und ohne die eine Stadt nicht funktioniert und nicht in Schwung bleibt.

Ich freue mich, dass der frühere Bundesminister und Bundestagsabgeordnete a.D. Dr. Jürgen Schmude sowie die beiden ehemaligen Bürgermeister Willi Brunswick und Rafael Hofmann gekommen sind. Als weiteren Gast aus der Nähe begrüße ich den Landrat des Kreises Wesel, Dr. Ansgar Müller. Ich freue mich, unseren Landtagsabgeordneten in Düsseldorf, Ibrahim Yetim, begrüßen zu können. Schauen wir nach Berlin: als Bundestagsabgeordneter ist – wie jedes Jahr – Siegmund Ehrmann unter uns, herzlich willkommen! Auch ein herzliches Willkommen an die beiden neuen Vertreterinnen für Moers auf der Bundesebene, Kerstin Radomski und Ulle Schauws. Letztlich kann ich unseren Mann in Brüssel begrüßen, den Europaabgeordneten Dr. Jens Geier.

Meine Damen und Herren, 2012 zur Einweihung unseres Rathauses hatten wir Bürgermeister aus fünf Partnerstädten zu Gast. Eine Stadt fehlte, die etwas entfernter von Moers liegt. Begrüßen Sie mit mir die Bürgermeisterin unserer Partnerstadt LaTrinidad aus Nicaragua, Frau Rosa Haydee. Senora Alcaldesa, es ist mir eine besondere Ehre, Sie begrüßen zu dürfen!

"Bienvenidos a Moers, amigos de La Trinidad, y Feliz Año Nuevo". Rosa Haydee hat darum gebeten, einige Worte an Sie richten zu dürfen. Die Übersetzung übernimmt Dr. Bernhard Schmidt, der so etwas wie der Motor für diese Partnerschaft ist und zurzeit die Begegnungen zur Silberhochzeit, also zum 25- jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft, mit vorbereitet.

Meine Damen und Herren, Moers ist eine lebenswerte Stadt, eine Familienstadt. So hat das Moerser Jugendamt seine langjährige und sehr erfolgreiche Präventionsarbeit unter die Überschrift „FaMOs“ gestellt. „FaMos“ steht für „Familienstadt Moers“. Im März des letzten Jahres wurde diese Arbeit überregional anerkannt durch die Aufnahme in das Modellvorhaben der Landesregierung „Kein Kind zurücklassen – Kommunen in NRW beugen vor“. Wir haben als „Familienstadt“ eine gute Infrastruktur vorzuweisen: angefangen bei den Hausbesuchen nach der Geburt eines Kindes über viele die

Familien unterstützende Angebote wie z.B. Kurse „Eltern stärken“ bis hin zu den rund 140 Spielplätzen im Stadtgebiet. Wir halten eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung in 46 Tageseinrichtungen vor, ergänzt durch zahlreiche Tagesmütter. Insbesondere die Erfüllung des Rechtsanspruches auf eine Betreuung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr war ein Kraftakt, den die Stadt Moers gut gemeistert hat!

Moers hat eine wohnortnahe Versorgung mit 17 Grundschulen. An allen werden in der sog. OGATA, dem offenen Ganztag, Kinder über die Schulzeit hinaus betreut. Wir haben ein umfangreiches Angebot an weiterführenden Schulen und wir arbeiten intensiv und systematisch an der Sanierung der Schulgebäude! Abgerundet wird die Schullandschaft durch die Berufskollegs des Kreises Wesel. Hier stehen durch den geplanten „Campus“ in den nächsten Jahren erhebliche Veränderungen an. Entscheidend ist, dass die Berufskollegs in Moers erhalten bleiben! Dafür meinen Dank an die Entscheider!

Moers als familienfreundliche Stadt– das bedeutet auch Angebote in besonderen Lebenssituationen. Dabei denke ich an die vielen Beratungsangebote der sozialen Träger und an unsere beiden Krankenhäuser, die gut aufgestellt sind und regelmäßig expandieren. An dem Erhalt der Verbraucherzentrale arbeiten wir, ich vertraue auf einen positiven Beschluss des Kreistages!

Familienfreundlich sein, dazu gehört unser nach wie vor gutes und umfangreiches Kulturangebot, mit der Breitenförderung durch die Musikschule, der Volkshochschule, den Angeboten der Jugendzentren und des Bollwerks, dem endlich wieder eröffneten Grafschafter Museum im Moerser Schloss mit seinem Musenhof. In diesem Jahr sind wir besonders gespannt auf die ersten Veranstaltungen in der Festivalhalle. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei allen bedanken, die sich dafür eingesetzt haben, dass wir die Zuschüsse aus Düsseldorf und Berlin bekommen haben!

Wichtig für Familien ist auch eine lebendige Innenstadt mit einem attraktiven Einzelhandelsangebot. Das Besondere ist, wir haben viele gute inhabergeführte Geschäfte! Der Erhalt dieses Angebots ist angesichts des veränderten Einkaufsverhaltens und der enormen Konkurrenz durch den Internethandel und durch Outlet- Center eine durchaus große Herausforderung, der sich der Moerser Rat, die Verwaltung und die örtliche Kaufmannschaft engagiert stellen. Das Modehaus Braun investiert und erhöht immer wieder die Attraktivität seines Angebots und trägt dazu bei, dass viele auswärtige Besucherinnen und Besucher in die Stadt kommen. Weiter so! Weiter so sage ich auch in Richtung von Herrn Birr, ich habe mich riesig über das positive Echo zum Weihnachtsmarkt gefreut. Danke für Ihren Einsatz!

Für große und kleine Bürgerinnen und Bürger ist natürlich auch das Sportangebot in der Stadt wichtig! Den vielen Aktiven in den Vereinen und dem Stadtsportverband danke ich für ihre Arbeit. Ein besonderes neues Highlight ist die gemeinsame Anlage von GSV und MTV an der Filder Straße, die sich bereits jetzt zum Veranstaltungsort für nationale und internationale Sportereignisse entwickelt hat. Wenn Sie das neue Areal noch nicht gesehen haben, machen Sie dort mal einen „Neujahrsspaziergang“! Es lohnt sich!

Familienstadt Moers – dazu gehört auch die Weiterentwicklung wohnortnaher Angebote für Seniorinnen und Senioren. Sie haben die kritische Diskussion in den letzten Wochen verfolgt. Die Verwaltung hat den Prozess zur Innovativen Seniorenarbeit unter Beteiligung aller Träger durchgeführt und ein fachlich fundiertes Ergebnis vorgelegt. Natürlich muss es eine Vielfalt in der Art der Angebote und Aktivitäten für ältere Bürgerinnen und Bürger geben. Aber die Stadt muss in Zeiten knapper Kassen vorgeben, welche Erwartungen sie an die von ihr finanzierte Arbeit hat. Nun ist es Aufgabe des Rates über die neue Mittelverteilung zu entscheiden. Viele ältere Menschen warten darauf!

Meine Damen und Herren, lassen Sie uns noch einmal in einigen Bildern auf das Jahr 2013 zurückschauen:

– ENNI Sportpark Rheinkamp

– Demografische Entwicklung / Zensus

– Sportentwicklung in Moers

– Moers setzt Zeichen!

– Innenstadtentwicklung – Grafengalerie

– Leerstandsmanagement

– Lebensmitteleinzelhandel

– Geschichtsstationen für Moers

– Bahnhof Moers

– PROSA / Schulsanierung

– Schloss Moers

– Ehrenamt

– Frequenzen in der Innenstadt

– Ausblick: Quartierentwicklung rund um das Kastell

Meine Damen und Herren, es geht voran in unserer Stadt! Das war nur möglich durch die gute Zusammenarbeit in der Verwaltungsleitung und mit dem Rat! Und ich hoffe natürlich, dass wir alle diesen Schwung wahrnehmen und uns an unserer Stadt erfreuen!

Auch das gerade begonnene Jahr 2014 wird wieder geprägt sein von vielen und nicht immer einfachen Entscheidungen.

Wie ist die weitere Geschäftsfeldentwicklung der ENNI Stadt & Service Niederrhein AöR? Will man sich als Dienstleister strategisch weiter in der Region entwickeln, so ist aus meiner Sicht eine Stärkung der Anstalt öffentlichen Rechts eine Grundvoraussetzung. Das ist dann praktizierte interkommunale Zusammenarbeit!

Das Thema Inklusion und vor allem deren Finanzierung wird uns beschäftigen! Die Finanzsituation wird in den nächsten Jahren nicht einfacher! Im Gegenteil!Auf Rat und Verwaltung kommt also viel Arbeit zu!

Und es ist ein „Super“- Wahljahr. Am 25. Mai finden in Moers sechs Wahlen statt – die Europawahl, die Wahl des Moerser Rates und des Kreistags, die Wahl des Bürgermeisters und des Landrats sowie die Integrationsratswahlen. Aus verständlichen Gründen darf ich Ihnen dazu keine Vorschläge unterbreiten, außer dem: „Gehen Sie bitte zur Wahl!“ Sie sehen, 2014 wird ein politisch wichtiges Jahr für die Zukunft der Stadt Moers! Nebenbei wünsche ich mir als bekennender Fußballfan natürlich einen besonderen sportlichen Erfolg in Brasilien, meinetwegen mit Beteiligung von Spielern einer Mannschaft aus Gelsenkirchen!

Als Bürgermeister wünsche ich mir, dass wir miteinander weiterhin Visionen haben, meine Vision habe ich Ihnen gerade vorgestellt. Für mich ist eines klar: wir sind noch nicht fertig!

Für heute wünsche ich uns gute Gespräche und einen interessanten Austausch. Zuvor werden Sie noch einen kurzen Film zur Eröffnung des Moerser Schlosses sehen. An dieser Stelle bereits meinen Dank an Frau Finkele.

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich ein gutes und vor allem gesundes neues Jahr.

Dazu ein herzliches Glückauf!