Initiative der SPD-Fraktion zur Entwicklung einer „Willkommenskultur“

Ursula Elsenbruch
Vorsitzende des Sozialausschusses der Stadt Moers
Mark Rosendahl
Mark Rosendahl, Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Mark Rosendahl, Vorsitzender der SPD-Fraktion, und Ursula Elsenbruch, Vorsitzende des Sozialausschusses der Stadt Moers, nehmen Stellung zur Errichtung neuer Asylunterkünfte. Sie nehmen dabei Bezug auf die Diskussion um einen geplanten großen Standort an der Filder Straße weitab von jeglicher Bebauung: „Wir brauchen mehrere Standorte in der Stadt, damit sich die Menschen, die schreckliches erlebt haben, oft genug noch traumatisiert sind, nicht alleine gelassen und abgeschoben fühlen. Standorte, die den Schutzsuchenden schnelle Teilhabe an unserem öffentlichen Leben ermöglichen, mit einer guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Es ist höchste Zeit, dass wir uns diesen Menschen, diesen Familien, die zu uns geflüchtet sind, gastfreundlich zeigen.“ „Wir müssen“, so Ursula Elsenbruch „die Sorgen unserer Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen.

Wir müssen sie mitnehmen, einbeziehen und gemeinsam eine Willkommenskultur entwickeln. Nur so wird es uns gelingen, Vorurteile abzubauen und Ängste auf beiden Seiten zu beseitigen.“

Willkommenskultur meint für Sozialdemokraten, Unterkünfte mitten unter uns, viele Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren. Begegnungsräume in den Gemeinden, um einander die Hand zu reichen, Stadtteilfeste, bei denen jeder willkommen ist, Angebote der Sportvereine zum Mitmachen. Mannschaftssport ist gerade für die Kinder der Flüchtlinge die Möglichkeit, sich schnell in ihrer neuen Heimat zurecht und Anerkennung zu finden.

Willkommenskultur meint für Sozialdemokraten, keine Mühe zu scheuen, damit den Menschen, den Familien, die zu uns geflüchtet sind, dieses fremde Land schnell vertraut wird. Leider müssen Flüchtlinge aus Kriegsgebieten oft lange Jahre fern der Heimat leben.

Unabhängig von unserer moralischen und völkerrechtlicheVerpflichtung gegenüber Kriegsflüchtlingen und Opfern politischer, religiöser oder sonstiger Verfolgung, müssen wir schon mit Blick auf die demografische Entwicklung dankbar sein für viele Menschen, die oft gut ausgebildet mit ihren Familien zu uns kommen.

Die Überalterung unserer Bevölkerung, der sich abzeichnende, gravierende Fachkräftemangel zeigen deutlich, dass das „sogenannte“ Boot überhaupt nicht voll ist und genügend Platz bietet. Sich unter diesem Gesichtpunkt für eine gute Willkommenskultur einzusetzen ist nicht nur gegenüber Asylsuchenden eine notwendige und lohnende Investition.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Mark Rosendahl ist überzeugt: „Den Müttern und Vätern unseres Grundgesetzes war klar, dass die Artikel 1 bis 3 das Papier nicht wert sind, wenn sie nicht täglich von uns allen beherzigt und mit Leben erfüllt werden.“