Flüchtlinge sind keine Bedrohung, Flüchtlinge sind bedrohte Menschen, die unsere Hilfe brauchen!

SPD-Fraktion  im Rat der Stadt Moers

… auf dem Hintergrund steigender Flüchtlingszahlen, der Notwendigkeit auch hier bei uns in Moers in kurzer Zeit weitere Plätze für Flüchtlinge zu schaffen, waren wir im nahezu überfüllten Flüchtlingsheim an der Franz-Haniel-Straße. Die Stadtverwaltung hatte den Besuch vorbereitet. Der Betreuer, Herr Gorleku, hat uns empfangen und durch das Haus geführt.

Angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen, die in Moers unterzubringen sind, hatte die Verwaltung Albert-Ofoe Gorleku aus dem Ruhestand „reaktiviert“, um die Situation in der Franz-Haniel-Straße zu verbessern. Dort untergebracht sind ausschließlich alleinstehende Männer, nahezu aus allen Krisenregionen der Welt. 71 von ihnen unter 35, allein 17 unter 21. Besonders für diese Männer ist Albert-Ofoe Gorleku, der fast ihr Großvater sein könnte, eine große Autorität. Dadurch ist es ihm in den letzten drei Wochen gelungen, geordnete Abläufe und ein friedliches Miteinander herzustellen.

Den Mitgliedern der SPD-Fraktion war in den Gesprächen mit den Bewohnern, bei der Besichtigung ihrer Zimmer, in denen sie überall gastfreundlich willkommen geheißen wurden, schnell klar, das „satt und sauber“ keine Lösung für diese jungen Männer sein kann, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben. Junge Männer, denen das „Geburtslotto“ eben nicht das unverdiente Glück beschieden hat, hier bei uns zur Welt zu kommen. Waren es bei den Balkankriegen Ende des letzten Jahrhunderts noch viele Familien, die nach Moers kamen, so sind es heute meist junge Männer, die, mit schrecklichen Erlebnissen im Gepäck, die Strapazen einer langen Flucht überstanden haben und bei uns in Sicherheit sind.

Der Besuch machte den VertreterInnen der SPD-Fraktion, Ursula Elsenbruch, Silvia Rosendahl, Martina Barwitzki-Gräber und Atilla Cikoglu, überaus deutlich, dass der Begriff „Willkommenskultur“ um dieser Menschen willen keine leere Worthülse bleiben darf. Am Ende der Gespräche stand der Wunsch,  so schnell wie möglich in die Öffentlichkeit zu tragen und miteinander zu erörtern, welche Vereine, Verbände, Initiativen und Gemeinden, den Flüchtlingen konkrete Möglichkeiten anbieten können, sich hier bei uns einzubringen, Kontakte und Betätigungsfelder zu finden. Kurz: Eine für die Flüchtlinge konkret erlebbare Willkommenskultur wird gebraucht, ganz besonders jetzt, wenn es darum geht, rund 80 neue Plätze für alleinstehende Männer in Moers zu schaffen, wenn irgend möglich eben nicht am Stadtrand, sondern mitten unter uns.

SPD-Fraktion vor Ort – unter diesem Titel wird sich die SPD-Fraktion bei Schwerpunktthemen und Brennpunkten künftig vor Ort einen Eindruck verschaffen und sich dem Gespräch stellen.