Ein „Riese“ will sich in Kapellen niederlassen.

Andreas Albrecht
Andreas Albrecht

Die Risiken, aber auch die Chancen, die mit der Ansiedlung eines großen "Kapellener Möbelhaus" verbunden sind, werden vom Vorstandsmitglied im Ortsverein der Kapellener Genossinnen und Genossen und Ratsmitglied Andreas Albrecht aus Kapellen gewürdigt. Die Haltung von Investor Andre Kleinpoppen, den Namen des künftigen Möbelhausbetreibers nicht zu nennen, verstärkt eher die Skepsis. Eine umfassende Bewertung der Chancen ist nur möglich, wenn man den künftigen Betreiber und die Art, wie er sich auf dem Markt präsentiert, kennt. Erst dann lassen sich die Hoffnungen, die sich mit diesem Projekt verbinden, konkretisieren.

Natürlich wird ein Großteil aus dem Rheinland, Ruhrgebiet oder dem Niederländischen Grenzgebiet über die Autobahn anreisen. Was ist aber mit den Kunden aus Neukirchen, Moers, Krefeld, Kamp Lintfort etc.? Auch wenn dies nur 10 oder 20 % sind, wäre das schon jetzt eine deutliche Mehrbelastung für die jetzt stark ausgelastete und sanierungsbedürftige Bahnhofstraße und die anderen Querverbindungen.

Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß das neue Möbelhaus zusätzliche Kunden bindet und sich nicht negativ auf die Attraktivität der Einkaufsstadt Moers im Stadtzentrum auswirkt. Natürlich haben in diesem Zusammenhang Ausmaß und Zusammensetzung des Nebensortiments grundsätzliche Bedeutung, nur über eine sorgfältige Auswahl und Begrenzung des Nebensortiments können zusätzlich Kunden in die Innenstadt geleitet und Umsatzeinbußen in der Innenstadt ausgeschlossene werden. In aller Regel werden im Möbelhaus Zielkäufe sondiert und getätigt, bestenfalls ist damit zu rechnen, daß die Großen Einzelhändler und Discounter Netto, Edeka und Aldi in der Nähe vom nebenher getätigten Familieneinkauf profitieren.

Insgesamt würde der Standort Kapellen eine deutliche Aufwertung erfahren, der sich auch positiv auf die Stadt Moers als Wirtschaftsstandort auswirkt. Grundsätzlich ist es besser das Möbelhaus wird in Moers als in einer Nachbarstadt gebaut. Arbeitsplätze werden mit Sicherheit entstehen, Neubürger, die gerne in Kapellen, in Arbeitsplatznähe wohnen wollen, kommen womöglich hinzu. Die Stadt wird in Kapellen, in die Infrastruktur, in die Straßenführung zum neuen Möbelzentrum investieren, insgesamt würde Kapellen eine deutliche Attraktivität Steigerung erleben.