Flüchtlinge willkommen heißen und was kommt danach?

SPD-Logo-Rheinkamp.jpg

Alle haben die Bilder gesehen, Flüchtlinge werden in München, in Dortmund zu Tausenden herzlich willkommen geheißen. Die Bilder gingen um die Welt. Deutschland öffnet die Grenzen, und jetzt lesen wir jeden Tag, die Kommunen stoßen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Beeindruckend, über alle Parteien hinweg, das große ehrenamtliche Engagement in Moers, ohne das die Mitarbeiter der Stadt diese Herkulesarbeit der letzten Monate nicht geschafft hätten. Wie gehen wir mit diesem ehrenamtlichen Engagement um? Wie können wir es erhalten, wenn es darum geht, nach dem „Willkommen“ eine Fülle von Integrationsmaßnahmen zu organisieren und auf Dauer aufrecht zu erhalten?

Deutschland hat nach 1945 zwei große Flüchtlingswellen mit Bravour gemeistert. Nach dem Krieg wurden Millionen von Flüchtlingen integriert, ganze neue Städte entstanden. Das Beispiel Espelkamp machte die Runde, die kleine Gemeinde, 2.000 Einwohner, die innerhalb von 8 Jahren Wohnraum für 8.000 Neubürger aus dem Boden stampfte.

Wir können das schaffen. Wir haben die Erfahrung, und natürlich sind 1 Millionen Menschen auch eine Chance, die uns bereichern wird. Deutschland, Moers wird jünger, noch vielfältiger und bunter werden.
Natürlich löst diese Entwicklung auch Ängste aus, umso wichtiger ist es, zu diesem Thema eine Gesprächskultur aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Initiiert vom SPD Ortsverein findet dazu nun bereits der 2. Themenabend in Rheinkamp statt.
Vor einem Jahr geplant, steht nun eine Wohncontainersiedlung an der Rathausallee. Flüchtlinge, die dort Schutz gefunden haben, werden an diesem Abend dabei sein. Sonja Volkmann, Redakteurin der WAZ/NRZ, wird den Abend moderieren.
Vor einem Jahr hat Moers eine ½ Stelle für die Koordination der Flüchtlingsarbeit geschaffen. Damals suchten 300 bei uns Schutz, jetzt sind es über 1.000, und der Zustrom hält an. Wie gehen wir damit um? Wie binden wir Verbände, Institutionen in die Integrationsmaßnahmen langfristig ein, die über entsprechendes Knowhow verfügen? Wer koordiniert das Bündel kurzfristiger Maßnahmen, ein Dach über den Kopf, Sprachschulung, Vermittlung von Grundwerten unserer Gesellschaft und langfristige Maßnahmen, sozialer Wohnungsbau, kein Verdrängungswettbewerb auf dem Wohnungsmarkt?

Der Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim wird an dem Bürgergespräch ebenso teilnehmen, wie Michael Rüddel, bei dem in der Stadtverwaltung alle Fäden zusammen laufen.